I.E.S Edwards schrieb: "In der Großen Pyramide wurden die Steinblöcke in einer Art und Weise angelegt, dass sie leicht schräg nach innen zum Mittelpunkt jeder Steinlage liegen, mit dem Ergebnis, dass eine merkliche Vertiefung in der Mitte jeder Seitenfläche verläuft - eine Besonderheit, die, soweit bekannt ist, mit keiner anderen Pyramide geteilt wird." (The Pyramids of Egypt, 1975, S. 207).
Maragioglio und Rinaldi beschrieben eine ähnliche Konkavität bei der Mykerinospyramide, der dritten Pyramide in Gizeh. Miroslav Verner schrieb, dass die Seiten der Roten Pyramide in Dahschur ebenfalls "leicht konkav" sind.

Schaubild der Konkavität (nicht maßstabsgetreu)Was ist der Zweck für die konkaven Seitenflächen der Großen Pyramide? Maragioglio und Rinaldi vermuteten, der Zweck würde darin bestehen, die Ummantelung an den Kern zu binden. Verner stimmte zu: "Wie im Falle der früheren Roten Pyramide waren die leicht konkaven Mauern dazu bestimmt, die Stabilität des Pyramidenmantels zu erhöhen (z.B. Verkleidungssteine)" (The Pyramids, 2001, S. 195).
Martin Isler fasste die verschiedenen Theorien in seinem Artikel "Concerning the Concave Faces on the Great Pyramid" (Journal of the American Research Center in Egypt, 20:1983, S. 27-32) zusammen:

  1. Um dem Kern eine gekrümmte Form zu geben, damit ein Rutschen der Seiten vermieden wird.
  2. Der Verkleidungsstein in der Mitte wäre größer und wäre besser als Leitstein für die anderen Blöcke der gleichen Steinlage geeignet.
  3. Um eine bessere Anbindung des Kerns mit der Ummantelung zu erreichen.
  4. Aus ästhetischen Gründen, mit konkaven Flächen wäre die Struktur angenehmer fürs Auge.
  5. Als die Verkleidungssteine später entfernt wurden, stürzten sie die Seitenflächen hinunter, wobei sie so die Seitenmitten der Pyramide mehr abnutzten als die Ecken.
  6. Die natürliche Erosion des windgepeitschten Sandes hatte eine größere Wirkung auf die Mitte.

Isler verwarf die ersten vier Ideen aufgrund der Vorstellung, "was für die erste Pyramide gilt, sollte für die anderen ebenfalls gelten." Er verwarf ebenfalls die letzten beiden Gründe, weil diese nicht die "Steinlagen verrücken", sondern eher "die Oberflächen der Steine abnützen würden." Nachdem er die obige Liste um eine weitere Kategorie ergänzt hatte, "ein Ergebnis unvollkommener Baumethoden", fährt er mit der Überlegung fort, dass die Konkavität ein Überbleibsel eines Verfahrensfehlers in der Bauweise ist (konkret: ein Durchhängen der Maurerschnur). Man ist versucht, diese Theorie mit Islers eigener Argumentation abzulehnen: "was für die erste Pyramide gilt, sollte für die anderen ebenfalls gelten."